Bemerkenswert ist dabei vor allem ein Widerspruch im Konzept selbst: Die Bürgermeisterin bezeichnet das Rathaus ausdrücklich als „Ort für Demokratie und Teilhabe“ und weist darauf hin, dass im Ratssaal weitreichende politische Entscheidungen für unsere Gemeinde getroffen werden. Die demokratisch gewählte Gemeindevertretung findet im Programm hingegen keine erkennbare Rolle.
Gleichzeitig werden zahlreiche Akteure und Gremien eingebunden – darunter das Kinder- und Jugendparlament, der Seniorenbeirat, die Inklusionsbeauftragten und der Beirat Inklusion. Dass ausgerechnet die Gemeindevertretung als zentrales demokratisch gewähltes Gremium der Gemeinde nicht sichtbar beteiligt ist, ist für uns nicht nachvollziehbar.
„Es geht ausdrücklich nicht darum, das Rathausfest zu einer politischen Veranstaltung zu machen. Wir hätten uns vielmehr eine ganz unkomplizierte gemeinsame Präsenz von Verwaltung und Gemeindevertretung gewünscht – beispielsweise bei der Arbeit am Getränkestand oder am Grill. Gerade ein solches gemeinsames Auftreten hätte für uns das kommunale Miteinander und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik sichtbar gemacht“, so der Fraktionsvorsitzende Dietmar Kahle.
„Das Rathausfest soll den Bürgerinnen und Bürgern die verschiedenen Facetten ihres Rathauses näherbringen. Wenn dabei Demokratie und Teilhabe ausdrücklich als zentrale Bedeutung des Rathauses hervorgehoben werden, stellt sich für uns die Frage, warum die demokratisch gewählte Gemeindevertretung in diesem Bild nicht sichtbar vorkommt,“ so Michael Meschede, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, weiter.
Für uns bleibt damit ein irritierender Eindruck: Das Rathaus wird als „Ort für Demokratie und Teilhabe“ präsentiert – die demokratisch gewählte Gemeindevertretung bleibt beim Rathausfest jedoch außen vor.